Zwei Tage, rund 60 Teilnehmende, von null auf 100 in 3 Sekunden: Der Stanzer-Treff des VDWF Ende Juni in Idar-Oberstein begeisterte mit aufschlussreichen Einblicken in die Branche, direktem Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg und einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm.
Gastgeber der Veranstaltung am 29. und 30. Juni war Wolfgang Loch, Fertiger von Stanz-, Zieh- und Umformteilen sowie komplexen, einbaufertigen Schweiß- und Montagezusammenbauten. Der erste Tag begann mit einem Vortrag von Tebis-Vorstand Jens Lüdtke zur aktuellen Situation im Werkzeug- und Formenbau. Die anschließenden Fachvorträge vertieften einzelne Themen wie etwa Software, kontinuierliche Verbesserungsprozesse oder organisatorische Optimierungen im Werkzeug- und Formenbau.
Segelflug und Fußballabend
Eine Betriebsführung durch die Loch-Werke bot interessante Einblicke in die Stanz- und Montagetechnik, bevor es buchstäblich hoch hinausging: Mit dem Bus fuhren die Teilnehmenden zum nahegelegenen Segelflughafen. Dort hatten sie die Gelegenheit, sich im Segelflieger per Katapultstart in 3 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen zu lassen. Ein etwa 20-minütiger Flug belohnte sie anschließend mit einer grandiosen Aussicht. „Der Segelflug war ein ganz besonderer Höhepunkt“, berichtet VDWF-Geschäftsführer Ralf Dürrwächter. „Wir hatten nicht nur bestes Wetter, auch die Stimmung war großartig – ein unvergessliches Erlebnis!“

Ein gemeinsames Abendessen bot weitere Gelegenheit zum fachlichen Austausch und Netzwerken. Vor dem anschließenden kleinen Public Viewing des WM-Spiels Deutschland gegen Paraguay übermittelte Schiedsrichterlegende Lutz Wagner noch Grüße per Videoanruf und gab seine Tipps zum Spielverlauf ab. Die DFB-Elf schied zwar aus, doch die anwesenden Werkzeugmacher befanden, der DACH-Bereich in ihrer Branche sei technologisch immer noch Weltmeister – man müsse nur gemeinsam mit der Politik dem verzerrten internationalen Preiskampf begegnen, damit das auch so bleibe.
Praxisnahe Einblicke und persönlicher Austausch
Am zweiten Tag des Stanzer-Treffs besichtigten die Teilnehmenden zunächst die Werkzeugbau-Abteilung der Loch-Werke, bevor es mit dem Bus zu Fissler in Hoppstädten-Weiersbach weiterging. Bei einer Führung durch das Werk des Kochgeschirr-Herstellers war aus nächster Nähe zu erleben, wie Qualitätsprodukte ‚made in Germany‘ hergestellt werden. Zurück bei Wolfgang Loch bildete das gemeinsame Grillen den Abschluss der Veranstaltung. „Solche informellen Runden dürfen bei einem Event wie diesem nicht fehlen – hier entstehen die Gespräche, für die im Tagesgeschäft oft keine Zeit bleibt“, erklärt Dürrwächter den „Begegnungsraum VDWF“. Und genau daraus wachse der Zusammenhalt in der Branche. Insgesamt zeigte sich einmal mehr, wie sehr der Stanzer-Treff von der Kombination aus fachlichem Input, praxisnahen Einblicken und persönlichem Austausch lebt. „Die Veranstaltung brachte wieder einmal hochkarätige Köpfe aus der ganzen Branche zusammen, und der intensive Austausch auf Augenhöhe macht dieses Format jedes Jahr wieder zu etwas Besonderem“, resümiert Dürrwächter voller Vorfreude auf den nächsten Stanzer-Treff. Dieser findet 2027 bei Vapic im Schwarzwald statt.
